Freiwillige Feuerwehr Kemnath

Feuerwehrübung an der Speichersdorfer Grundschule

„Hurra, die Schule brennt“

Dichter Qualm dringt aus den Fenstern der Grundschule und der Feueralarm schrillt. Schüler und Lehrer flüchten ins Freie. Kurze Zeit später rücken die Feuerwehren mit Blaulicht an. Mehrere Menschen werden noch vermisst. Doch alles zum Glück nur eine Übung.

Durch einen angenommenen Brandausbruch bei der neuen Hackschnitzelheizung der Speichersdorfer Werner-Porsch-Grund- und Mittelschule verqualmt dichter Rauch das große Schulgebäude. Nach dem Erklingen des Feueralarms retten sich Lehrer und Schüler geordnet aber schnell über die Treppen ins Freie, versammeln sich im Pausenhof.

Als die Kräfte der Feuerwehren aus Speichersdorf, Kirchenlaibach, Wirbenz und Kemnath eintreffen, meldet der Rektor Werner Leupold dem ersten Kommandanten der Speichersdorfer Wehr, Volker Hammon, welcher als erstes an der Schule eintrifft, dass noch mindestens zwei Lehrer und vier Schüler vermisst werden.

Zu diesem Zeitpunkt ist auch das Treppenhaus der Schule bereits stark „verraucht“. Mit schwerem Atemschutz, Tragen, Strahlrohren und Schläuchen ausgerüstet drangen Geräteträger der Wehren Speichersdorf und Kirchenlaibach in das Grundschulgebäude vor. Erschwert wurde die Sicht der Feuerwehrler mit den Masken durch den Qualm, welchen insgesamt drei Nebelmaschinen erzeugten. Die Suche nach Vermissten gestaltete sich daher schwierig.

Am Fenster im zweiten Obergeschoss machen sich Personen bemerkbar. Durch die in Stellung gebrachte Drehleiter der Feuerwehr Kemnath werden diese schnellstmöglich über den Drehleiterkorb gerettet und zu Boden gebracht. Auch die erste Brandstelle und der erste vermisste Schüler werden zügig aus dem Untergeschoss der Schule nach Draußen gebracht.

Durch die Vornahme eines Lüfters wurde den Feuerwehrmännern und –frauen, welche mit mehreren Trupps unter Atemschutz im Gebäude die Räume absuchten, schließlich die Sicht erleichtert, da der Qualm der Nebelmaschinen dadurch schnell über die als Abluftöffnung geöffneten Fenster abzog. Auch die weiteren drei Schüler wurden schließlich rasch in Sicherheit gebracht. Um die Wasserversorgung kümmerten sich die Kräfte der Wirbenzer Wehr.

Für die Schulkinder war das Spektakel etwas besonders. Sehr erstaunt verfolgten diese das Geschehen, wie die Schläuche ausgeworfen wurden, die Atemschutzträger vorgingen und die Rettung über Drehleiter und die Tragen erfolgte. Auch im Außenbereich wurden Strahlrohre, sowie ein Wenderohr über die Drehleiter zur „Brandbekämpfung“ eingesetzt.

Mit Tragen wurden die vermissten vier Schüler aus dem Untergeschoss,
mit der Drehleiter zwei Lehrer aus dem Obergeschoss gerettet.
Seelsorger und Pfarrer Sven Grillmeier leistete "seelischen Beistand".

Die Moderation und Ausarbeitung der Übung übernahm der Schulhausmeister Roland Steininger, welcher in diesem Jahr den Posten des ersten Feuerwehrkommandanten nach 18 Jahren an Volker Hammon übergab. Als „sehr gelungen“ und „reibungslos abgelaufen“ bezeichnete Hammon die Evakuierungsübung an der Grundschule abschließend. Insgesamt waren rund 45 Aktive der vier Wehren am vergangenen Freitagvormittag bei der Übung mit insgesamt acht Einsatzfahrzeugen angerückt.

Auch Speichersdorfs Bürgermeister Manfred Porsch, welcher das Geschehen vor Ort verfolgte, lobte den vorbildlichen, schnellen und vorbeugenden Übungseinsatz der Brandschützer.

Ebenso erleichtert zeigte sich Rektor Werner Leupold. Der Schulleiter war ersichtlich froh, dass es sich nur um eine Übung, nicht aber um einen Ernstfall handelte.

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