Freiwillige Feuerwehr Kemnath

“Notfalleinsatz an der Seele des Menschen”

Stadtpfarrer Konrad Amschl erhält neue Schutzkleidung
von der Kemnather Feuerwehr für seinen Dienst als Notfallseelsorger

Vorstand Roman Schäffler und Kommandant Peter Denz (von links), sowie stellv. Kommandant Alfred Vogel
(Vierter von links) übergaben die Schutzanzugjacke und die Schutzstiefel
an Stadtpfarrer Konrad Amschl (angezogene Schutzanzugjacke).
Bürgermeister Werner Nickl, Pfarrvikar Joseph Meenpuzhackal und der evang. Pfarrer Dirk Grafe finden die neue Bekleidung des Stadtpfarrers und seinen aufgenommenen Dienst als Notfallseelsorger eine "wichtige und super Sache".

Traumatische Zustände nach dramatischen Ereignissen erfordern professionellen seelischen Beistand für Betroffene, Angehörige und Beteiligte. Eine zügige Betreuung in der akuten Krisensituation, auch am Schadensort direkt durch Beratung und als „seelische Stütze“ ist daher besonders wichtig.

Ein schwerwiegender Unfall mit Todesfolge, der plötzliche Tod eines Angehörigen, oder ein Suizid sorgen oft für unerträgliches Leid bei Angehörigen, Opfern und Beteiligten, aber auch den Helfern und Rettern der Feuerwehren, des Rettungsdienstes und der Polizei. In diesen Fällen braucht es eine zielgerichtete und professionelle Hilfe für die Seele.

Die Notfallbegleitung in der Krisenintervention gehört zum Auftrag der christlichen Kirchen. Besonders nach schwerwiegenden Ereignissen wie Unfällen oder Bränden mit schwerverletzten oder gar Toten ist es für nahestehenden Menschen ein unerträgliches seelisches Leid. Auch Augenzeugen und Ersthelfer bei Schadenslagen sind zumeist mit der Situation überfordert, wenn diese realisieren, was sich alles abspielte und passiert ist.

Ebenso ist es auch für die Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen nicht immer leicht, mit einer solchen Situation umzugehen. Klar sind diese, auch wenn Sie meist ehrenamtlich als Retter aktiv sind, für die verschiedensten Szenarien ausgebildet. Doch eine besondere psychische Belastung trifft auch die Rettungskräfte. Jeder einzelne Helfer kann schlichtweg mit der Situation anders umgehen, so bedarf es auch hier in manchen Fällen zielgerichteten Beistand. Anteilnahme und Verständnis für die Betroffenen stehen im Vordergrund und helfen die ersten Momente und Stunden nach dem Ereignis zu bewältigen.ā

Zur sofortigen Betreuung von Angehörigen, Betroffenen, Opfern, Ersthelfer und Einsatzkräften braucht es daher qualitative und zügige Hilfe, auch direkt am Ort des Geschehens. Der Kemnather Stadtpfarrer Konrad Amschl steht nun als „Notfallseelsorger“ in der Region zur Verfügung. Er selbst bezeichnet die Notfallbetreuung und seine weiteren Aufgaben als „wichtigen Dienst“. Bereits seit mehreren Jahrzehnten ist der Geistliche als „Jugendseelsorger“ aktiv.

Durch das Bistum Regensburg wurde Pfarrer Amschl für das Dekanat Kemnath-Wunsiedel und das Dekanat Tirschenreuth zum Notfallseelsorger „bestellt“. Allem voran ging eine entsprechende Aus- und Fortbildung, welche Stadtpfarrer Konrad Amschl pflichtbewusst durchlaufen hat. Der Kemnather Stadtpfarrer steht somit, gemeinsam mit den katholischen Pfarrern Sven Grillmeier und Martin Besold, wie auch dem evangelischen Pfarrer Dirk Grafe als „Notfallseelsorger und Betreuer in akuten Krisensituationen“ für die Menschen in der Region zur Verfügung.

Damit Amschl bei der Ausführung seiner wichtigen Tätigkeit als Notfallseelsorger erkannt und auch bei Dämmerung und Dunkelheit und im Straßenverkehr, wie auch bei Regen und Kälte geschützt ist, wurde dem Kemnather Stadtpfarrer nun eine eigene Schutzausrüstung übergeben.

Feuerwehrvorstand Roman Schäffler, sowie die Feuerwehrkommandanten Peter Denz und Alfred Vogel übergaben Stadtpfarrer Konrad Amschl jüngst eine moderne Schutzanzugjacke und Schutzstiefel aus Leder. Dabei handelt es sich um die gleiche Ausrüstung, welche die aktiven Floriansjünger bei den Übungen und Einsätzen tragen. Auch ein Namensschild, welches an der Brusttasche der Jacke angebracht ist, wie auch ein reflektierendes Rückenschild mit der Aufschrift „Notfallseelsorge“ wurde dabei übergeben.

Laut dem Stadtpfarrer sei es Vorschrift, entsprechende Schutzkleidung bei den Einsätzen als Notfallseelsorger zu tragen. „Damit werden sie als Notfallseelsorger dann an den Einsatzstellen auch gut erkannt und sind gegen Kälte und Nässe bestens geschützt“.

Auch der evangelische Pfarrer Dirk Grafe, welcher bereits eine solche Schutzkleidung hat, als auch Pfarrvikar Joseph Meenpuzhackal und Bürgermeister Werner Nickl erachteten die Übergabe der Einsatzbekleidung an Stadtpfarrer Konrad Amschl als eine gute und wichtige Sache, wie auch die offene Bereitschaft des Stadtpfarrers für den Dienst als „Notfallseelsorger“.

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