Freiwillige Feuerwehr Kemnath

Bahnunfall realistisch beübt

Ein regionaler Personenzug fährt auf freier Strecke in umgestürzte Bäume. Durch die Kollision werden mehrere Personen zum Teil schwer verletzt und das Gleisfahrzeug ist defekt:
Ein mögliches Szenario, welches die Feuerwehren aus dem
Landkreis Tirschenreuth nahe Schönfeld bei Wiesau beübten.

Angenommen wurde oben beschriebener Zugunfall. Am Samstagvormittag, 4. August gegen 9 Uhr setzt der Zugführer des Personenzuges eine Notfallmeldung ab. Über die zuständigen Leistellen wird auch die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz informiert. Diese alarmiert umgehend gegen 9:14 Uhr die örtlichen Feuerwehren zur Einsatzübung.

Die angenommene Unglücksstelle befand sich auf einer Privatstrecke zwischen Wiesau und Mitterteich. Eine direkte Anfahrt über Feld- und Waldwege bis direkt zur Einsatzstelle war aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich. Die im Vorfeld durch die Landkreisführungskräfte ausgearbeitete Übung wurde in „zwei große Einsatzabschnitte Nord  und Süd“ aufgeteilt.

Da die Freiw. Feuerwehr Kemnath seit mehreren Monaten einen Umrüstsatz mit Spurkranzrädern für das geräumige Flachwasserschub und Rettungsboot besitzt, wurde dieses in die Übung mit eingebunden. Zudem waren die Rettungsplattformen der Feuerwehren Immenreuth und Neusorg, welche ebenfalls einen Umbausatz verfügen, um diese auf Bahngleisen zu schieben, mit den Kemnathern im Einsatzabschnitt „Nord“ eingebunden.

Nachdem das Rettungsboot und die beiden Rettungsplattformen eingeleist waren, wurden diese mit Gerätschaften zur Personenrettung und –befreiung beladen. Aufgrund der Größe des Rettungsbootes konnten hierbei sieben verschiedene Tragen, ein hydraulischer Rettungssatz, ein tragbarer Stromerzeuger, Kabeltrommel, Motorsäge, Sanitätsausrüstung, eine Rettungsplattform, sowie eine zweiteilige Steckleiter und Handwerkzeug beladen werden.

Mit geringem Personaleinsatz konnte das Boot auf den Gleisen rund 400 Meter bis zur „Unglücksstelle“ geschoben werden. Auch die beiden Rettungsplattformen hatten Material beladen, welches zum Personenzug herangeschoben wurde.

Die örtlichen Feuerwehren Wiesau und Mitterteich wurden in dem Einsatzabschnitt nahe des Mitterteicher Gewerbegebiets Birkigt, in welchen die FF Kemnath eingebunden war, durch die Kräfte aus Voitenthann, Waldsassen, Immenreuth, Neusorg und Kemnath unterstützt. Auch wurde eine B-Leitung entlang der Gleisstrecke aufgebaut, um den Brandschutz sicherzustellen.

Auch von der Seite aus Richtung Wiesau wurde Material und Personal zur Unglücksstelle transportiert. Vor Ort wurden auf der Seite des „Einsatzabschnittes Nord“ die umgestürzten Bäume durch mehrere Motorsägenführer entfernt. Umgehend konnte nach einer umfassenden Lageerkundung und Sichtung die Personenrettung aus dem Zug, welche sich aufgrund des Höhenunterschiedes als sehr schwierig herausstellte, eingeleitt werden.

Hierbei kam das Rettungsboot mit den Spurkranzrädern wiederum zum Einsatz. Es wurden drei liegende und zwei sitzende Patienten transportiert. Generell ist es möglich, dass bis zu sieben liegende Patienten damit transportiert werden können. Auch mit den Rettungsplattformen aus Neusorg und Immenreuth wurden Personen abtransportiert.

Nachdem die Einsatzübung abgearbeitet war, wurden die Gerätschaften zurückgebaut. Bei einer Abschlussbesprechung im Feuerwehrgerätehaus Wiesau wurde die Übung nachbesprochen. Dabei wurden neben den positiven Punkten auch mögliche Verbesserungen hervorgehoben. Der Einsatz des Rettungsbootes mit den Spurkranzrädern bei solchen Ereignissen wurde sehr befürwortet.

Thorsten Meiler, der Kommandant der Wiesauer Wehr, als auch Kreisbrandrat Andreas Wührl bedankte sich bei den teilgenommenen Kräften der Übung, welche trotz des hitzigen Sommerwetters alle gekommen waren. Auch die Kreisbrandinspektoren Lorenz Müller, welcher als Abschnittsleiter eingebunden war, als auch KBI Otto Braunreuther, welcher als Beobachter fungierte, kamen zu Wort.

Mehrere Notfallmanager der Deutschen Bahn AG, wie auch eine Referentin für Notfallmanagement des sächsischen Verkehrsunternehmens aus Neumarkt, welches den Triebwagen zur Verfügung gestellt hatte, waren vor Ort. Zudem auch eine Streife der Tirschenreuther Polizeiinspektion und der Bundespolizei.

Das BRK war mit mehreren Kräften aus den örtlichen Bereitschaften einsetzt. Ihren Einsatz koordinierte der Leiter des Rettungsdienstes Manfred Maurer. Dieser erklärte, dass er seinen beruflichen Weg verändern werde und nur noch als „Einsatzleiter Rettungsdienst“ im BRK-Kreisverband Tirschenreuth aktiv sein werde. Auch die Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung der Feuerwehren im Landkreis Tirschenreuth, sowie die Drohne des BRK Kreisverbandes Tirschenreuth wurde zur Unterstützung der Einsatzleitung angesetzt.

Zurück zur Übersicht der aktuellen Berichte