Freiwillige Feuerwehr Kemnath

Brand Industrie/Gewerbe/Lagerhalle (Fahrzeughalle)

Datum:

26.01.2019

Alarmzeit FF Kemnath:

06:14 Uhr

Einsatzort:

Kemnath, Rohrwiesen

Schlagwort:

#B1315#Gewerbe/Industrie#Lagerhalle

Stichwort:

B 4 UG-ÖEL

Alarmierte Einheiten Feuerwehr:

  • FF Kemnath
  • FF Neustadt am Kulm
  • FF Kulmain
  • WF Siemens Kemnath
  • FF Kastl bei Kemnath
  • FF Fortschau-Kuchenreuth
  • FF Höflas bei Kemnath
  • FF Löschwitz
  • FF Kötzersdorf
  • FF Reuth bei Kastl
  • FF Wirbenz

Eingesetzte Fahrzeuge FF Kemnath:

Sonstige anwesende Einheiten:

  • Bauhof Kemnath
  • Gemeinde/Bürgermeister
  • Polizei
  • Rettungsdienst (zwei RTW, Notarzt, EL-RD, SAN-EL)

Berichtstext:

Der Brand eines Lkw-Gespannes in der Halle eines Speditionsbetriebes im Kemnather Gewerbegebiet am Samstagmorgen, 26. Januar 2019 sorgt für hohen Sachschaden. Rund 140 Rettungskräfte waren stundenlang im Einsatz.

Bereits beim Eintreffen der ersten Feuerwehrleute quoll dichter Brandrauch aus dem rund 50 mal 25 Meter großen Gebäudekomplex eines in der Rohrwiesn im Kemnather Industriegebiet angesiedelten Speditionsbetriebes. Wie die Polizei vermeldet, so bemerkte ein aufmerksamer Verkehrsteilnehmer am Samstagmorgen eine starke Rauchentwicklung aus der Firmenhalle.

Die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz disponierte nach dem Notrufeingang den Einsatz mit dem Stichwort „B4“ und alarmierte mit der Alarmmeldung „Brand Industrie-/Lagerhalle“ die Einsatzkräfte der Feuerwehren und des Rettungsdienstes. Bezüglich der Einsatzmittelkette und der sogenannten Bereichsfolgen wurden dabei gegen 6.15 Uhr die Einsatzmittel und -kräfte der Feuerwehren Kemnath, Kastl, Kulmain, Fortschau-Kuchenreuth, Höflas, Löschwitz, Kötzersdorf, Reuth bei Kastl, Wirbenz, Neustadt am Kulm, sowie die Werkfeuerwehr Siemens und die „Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung“ aus Wiesau alarmiert.

Umgehend leiteten die ersteintreffenden Feuerwehreinsatzkräfte aus Kemnath die Brandbekämpfung ein, bei welcher gleich zu Beginn zwei Atemschutztrupps mit zwei Rohren eingesetzt wurden. Dichter Rauch und extreme Hitze erschwerten die Erstmaßnahmen. Durch das zügige Öffnen von Toren der Halle konnte die Sicht der Atemschutzkräfte verbessert werden. Einzelne Hallentore waren zu diesem Zeitpunkt durch die Hitze bereits deformiert. „Da Anfangs unklar war, welche Stoffe oder Gefahrstoffe in der Halle gelagert oder auf den Lkw´s geladen sind, gingen die eingesetzten Atemschutztrupps unter größter Vorsicht und in Deckung vor.“, berichtet Kommandant Peter Denz.

Weitere Atemschutztrupps der Feuerwehren Kastl, Kemnath, Neustadt am Kulm und der Siemens Werkfeuerwehr wurden zur direkten Brandbekämpfung eingesetzt. Um die Gefahrenquellen zu minimieren wurde der Hauptgashahn abgesperrt und das Gebäude durch den Notdienst eines Energieversorgers vom Stromnetz getrennt. Zur Brandbekämpfung setzten die Feuerwehrkräfte zudem Schaumlöschmittel ein, welches durch Kombinationsschaumrohre und Hohlstrahlrohre abgegeben wurde.

Im weiteren Verlauf konnten nach mehrmaliger Kontrolle bezüglich thermischer Beaufschlagung zwei Acetylengasflaschen und mehrere Behältnisse brennbarer Flüssigkeiten aus dem direkten Gefahrenbereich geborgen werden. Die Wehren Löschwitz, Kötzersdorf und Kemnath mit dem Schlauchwagen bauten eine unabhängige Löschwasserversorgung mit Wasserentnahme aus dem knapp 400 Meter entfernten Fallbach unter der Abschnittsleitung von KBI Otto Braunreuther auf.

Die Feuerwehrkräfte aus Kulmain, Höflas und Fortschau-Kuchenreuth unterstützten den Einsatzablauf mit Personal und Material und kümmerten sich zudem um die Verkehrsabsicherung und Teilsperrung der anliegenden Straßen, sowie dem Aufbau einer Wasserversorgung aus dem Leitungsnetz. In Bereitstellung standen die Wehren Reuth bei Kastl und Wirbenz.

Die Leitung des Einsatzes oblag dem Kemnather Kommandanten Peter Denz, welcher von Zugführer Roman Schäffler als Führungsassistenten, weiteren Gruppenführern, sowie KBI Otto Braunreuther und die Kreisbrandmeister Florian Braunreuther und Peter Prechtl in mehreren Einsatzabschnitten unterstützt wurde. „Die Kräfte aus Neustadt am Kulm übernahmen hierbei die Kommunikationsarbeit in der Struktur einer Einsatzleitung mit dem Mehrzweckfahrzeug.“ Aufgrund der winterlichen Verhältnisse und einer geschlossenen Schneedecke wurde der Winterdienst des städtischen Bauhofes hinzugezogen.

Glücklicherweise hatte keiner der in der Halle abgestellten Lkw´s gefährliche Stoffe geladen. Lediglich die großen Kraftstofftanks und eine geöffnete Montagegrube waren letztere Gefahrenquellen. Nach rund zweieinhalb Stunden konnten die ersten Rettungskräfte abrücken. Bis über die Mittagszeit hinaus waren die Feuerwehrleute der örtlichen Feuerwehr Kemnath mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Bürgermeister Werner Nickl machte sich in den Vormittagsstunden ein Bild von der Lage an der Brandstelle und informierte sich bei der Feuerwehrführung und den Beteiligten über den Ablauf.

„Nach ersten Erkenntnissen war der Brand an einem abgestellten Lkw-Gespann aus bisher ungeklärter Ursache ausgebrochen. Neben dem Lkw wurden auch Teile der Halle und eines Bürotrakts, sowie mehrere nebenstehende Lkws beschädigt.“, heißt es im Bericht der Polizei. Mehrere Polizisten waren zur Sicherung der Spuren an der Brandstelle. „Um die Brandursache zu klären, hat die Polizeiinspektion Kemnath die Ermittlungen aufgenommen.“

Der Sachschaden beläuft sich laut einer ersten groben Schätzung auf über 250.000 Euro. Auch wurde das Ladegut des Lkw, sowie zusätzlich in der Halle gelagerte Gegenstände erheblich beschädigt. Ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen wurde nach ersten Erkenntnissen die Ausstattung einer in der dortigen Halle untergebrachten KFZ-Prüfstelle. Wie der ebenfalls an die Brandstelle angerückte Kreisbrandrat Andreas Wührl aus Wiesau informierte, „so bestand durch den Brand für die Bevölkerung keine Gefahr“.

Der Rettungsdienst war mit zwei Rettungswagen, einem Notarzt, der Sanitätseinsatzleitung und einem Einsatzleiter des Rettungsdienstes angerückt. Diese mussten jedoch vor Ort nicht direkt eingreifen. Die Kemnather BRK Bereitschaft versorgte die Einsatzkräfte mit heißen Getränken, belegten Semmeln und Müsliriegeln. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann durch einen Sturz leicht verletzt. Durch eine ambulante Behandlung im Krankenhaus Kemnath wurden glücklicherweise nur Prellungen und keine größeren Verletzungen diagnostiziert.

Zurück zur Einsatzübersicht 2019