Freiwillige Feuerwehr Kemnath

Fahrzeug stabilisieren, achsgerecht Retten

Die achsengerechte Rettung eines Patienten aus einem verunfallten Auto und der Umgang mit Einsatzgerätschaften des Rettungsdienstes, wie auch die Stabilisierung von Unfallfahrzeugen stand auf dem Übungsplan der Kemnather Floriansjünger.

Trotz Schneefalls und Minustemperaturen bereiten sich die Feuerwehrleute aus Kemnath auf die in den Einsätzen oft gestellten Forderungen vor, so dass es für die Rothelme im Ernstfall keine Herausforderungen, sondern geübte Handgriffe und Tätigkeiten sind. Nebst der Stabilisierung von auf dem Fahrzeugdach oder der -seite liegenden Autos durch die Verantwortlichen des Teams „Technische Hilfeleistung“ der Feuerwehr Kemnath werden die am Übungsabend dreißig anwesenden Brandschützer zudem von zwei Kräften des Roten Kreuzes in Sachen „achsengerechter Patientenrettung“ geschult.

Nicht immer spiele der Faktor Zeit bei der Rettung von Personen aus verunfallten Fahrzeugen die übergeordnete Hauptrolle. „Befindet sich der Patient in keiner vitalen Bedrohung, ist ansprechbar und klagt aber über Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule, so ist eine achsengerechte und schonende Rettung vorzuziehen“, erörtert Stefan Binner. „Ist jedoch der Gesundheitszustand des Patienten gefährdet und die Verletzungen lebensbedrohlich, so muss die Rettung äußerst zügig erfolgen“ betont der gelernte Notfallsanitäter, welcher hauptamtlich im Rettungsdienst des Kreisverbandes Tirschenreuth arbeitet. Zudem ist er dort als Praxisanleiter, wie auch bei größeren Einsätzen als „Einsatzleiter des Rettungsdienstes“ tätig und bei der Feuerwehr Neusorg in seiner Freizeit aktiv.

Die Form der Rettungsmethode werde laut Binner in enger Absprache mit den leitenden Rettungsdienstmitarbeitern und den Führungskräften der Feuerwehr abgestimmt. „Die Verantwortung über den Patienten trägt in allen Fällen der Notarzt, welcher dadurch auch bei allen durchführenden Maßnahmen die Entscheidungsgewalt hat“, führt der erfahrene Notfallsanitäter weiter aus. Die bestmögliche Durchführung einer Rettungsmaßnahme sei aber auch von der Erfahrung der Einsatzmannschaft und der Ausrüstung abhängig. „Dabei spielt die vorhandene Technik und Taktik im Einklang eine besondere Rolle.“

Bei den praktischen Übungen zur achsengerechten Rettung schulte der Notfallsanitäter die Feuerwehrleute auf das richtige Anlegen des sogenannten „KED-Systems“. Hierbei handelt es sich um ein Rettungskorsett, welches den Rumpf unterhalb der Achseln umschließt und den Rücken bis über den Kopf hinaus nach dem Schließen der Zugbänder, welche am Oberkörper, Oberschenkel und der Stirn angelegt werden, fixiert. Dabei werde die Wirbelsäule vollständig entlastet. „Durch die Verwendung des KED-Systems kann man etwaige weitere Verletzungen, besonders der Wirbelsäule, vermeiden.“

Bei schwergewichtigeren Personen könne man „durch die Anbringung weiterer Schlaufen mit der Drehleiter den Patienten sogar aus dem Auto heben“, erörterte Stefan Binner diese und weitere Möglichkeit der schonenden Rettung. Daniel Merkl, welcher hauptamtlich als Rettungssanitäter im Rettungsdienst arbeitet und sich im Fachbereich „Technische Hilfeleistung“ der Kemnather Wehr engagiert, wies seine Feuerwehrkameraden in die Bedienung der Patiententrage und die Funktion der Vakuummatratze ein. Zudem wurde die sogenannte „Umlagerung eines Patienten mittels Schaufeltrage“ geübt.

Norbert Weismeier und Peter Kreuzer wiesen die Kameraden hinsichtlich der Stabilisierung von auf der Fahrzeugseite oder dem -dach liegenden Unfallfahrzeugen ein. Hierbei kam unter anderem die Anwendung der teleskopierbaren Stabilisierungsausrüstung „Stab Fast“ zum Einsatz.

Augenmerk wurde beim Ansetzen der Ausrüstung auf den Anstellwinkel und den notwendigen Anschlagpunkt gelegt. „Begebt euch nicht in selbst in Gefahr, sondern stabilisiert das Unfallauto sicher“, merkte Weismeier an. "Dadurch werden auch Erschütterungen des Fahrzeuges vermieden und so eine mögliche Verschlechterung des Verletzungszustandes vorgebeugt."

Die Feuerwehrleute, wie auch die beiden Rettungsdienstmitarbeiter führten den Übungsabend außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit in ehrenamtlicher Weise unentgeltlich durch.

Feuerwehrkommandant Peter Denz dankte den anwesenden Floriansjüngern und den Rettungsdienstlern für die Teilnahme und Durchführung der Übung.

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