Freiwillige Feuerwehr Kemnath

Feuerwehrfahrzeug, Gerätehaus und viel Lob,
aber auch Ärgernisse

Die Verantwortlichen der Feuerwehr und der Stadt berichten in der JHV
über aktuelle Themen und Projekte der Freiw. Feuerwehr Kemnath

Als Ersatz für das Löschfahrzeug wird ein Tanklöschfahrzeug beschafft. Baulich steht beim Gerätehaus einiges bevor. Bei zwei Einsätzen werden die Brandschützer im vergangenen Jahr beleidigt. Für den Kreisbrandinspektor ist die Kemnather Wehr ein „besonderer Garant“.

Für das Löschgruppenfahrzeug „LF16/12“ erhält die Kemnather Feuerwehr ein neues Tanklöschfahrzeug „TLF4000“. In der Jahreshauptversammlung berichtete Kommandant Peter Denz von den bereits gefallenen Entscheidungen der Feuerwehr, der Stadtverwaltung und des Stadtrates und ging auf den derzeitigen Stand der Beschaffungsphase ein. In den letzten Monaten fanden zahlreiche Fahrzeugbesichtigungen und -vorführungen statt. Auch wurden viele Besprechungen, besonders innerhalb der Wehr, geführt.

Im Frühjahr werde das Fahrzeug europaweit ausgeschrieben. Um den Stadtsäckel zu entlasten kooperieren die Feuerwehren und Kommunen Kemnath und Marktleugast in der Fahrzeuganschaffung. „Durch die gemeinsame Beschaffung zweier baugleicher Fahrzeuge erhält jede Gemeinde zehn Prozent mehr Zuschuss vom Freistaat“, erörtert der Kommandant. Das neue Tanklöschfahrzeug wird einen über mehrere tausend Liter fassenden Löschwassertank verbaut haben und umfangreiche Ausrüstung, hauptsächlich ausgelegt für die Brandbekämpfung, mitführen. „Nach über fünf Jahren in der Erkundungs- und Beschaffungsphase werden wir in diesem Jahr alle Kameradinnen und Kameraden mit der neuen persönlichen Schutzausrüstung ausgestattet haben“, informierte Peter Denz weiter.

Im Weiteren ging der Kommandant über den aktuellen Stand um die geplante Sanierung und notwendigen Um- und Neubau des Feuerwehrgerätehauses ein. Ein Grobkonzept und erste Entwürfe über mögliche räumliche Aufteilungen haben die Verantwortlichen der Feuerwehr in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung bereits erstellt und entsprechend vorgelegt. Auch fanden bereits mehrere Besichtigungen anderer Feuerwehrgerätehäuser statt. „Zur Sicherstellung eines geordneten und vor allem sicheren Feuerwehrdienstbetriebes benötigen wir ein zukunftsfähiges Gerätehaus“, betonte Kommandant Peter Denz.

„Zur Sicherstellung eines geordneten und vor allem sicheren Feuerwehrdienstbetriebes benötigen wir ein zukunftsfähiges Gerätehaus“

- Kommandant Peter Denz

Derzeit befasst sich die Feuerwehrführung mit den empfohlenen und erforderlichen Schutzimpfungen „Hepatitis A & B“ für die aktiven Feuerwehrmänner und -frauen. Diese seien aufgrund der Einsätze, bei welchen die Einsatzkräfte häufig mit verletzten und blutenden Personen in Kontakt kommen, notwendig. Auch ging der Feuerwehrkommandant auf die laufenden Themen im Bereich der Einsätze und Übungen und Dienste, sowie auf die anstehenden Termine ein. Der Dienst- und Ausbildungsplan wurde in diesem Jahr ebenfalls umstrukturiert. Im letzten Jahr fanden die Übungen hauptsächlich an Freitagen und gelegentlich an Samstagen statt. In diesem Jahr finden die Übungsdienste an verschiedenen Wochentagen und im Wechsel statt.

Gefüllter Monat Mai

Im Frühjahr werde die Leistungsprüfung „Gruppe im Hilfeleistungseinsatz“ abgelegt und in den nächsten Tagen mit der Vorbereitung darauf begonnen. Hierbei soll auch ein Leistungsabzeichen „Ü40“ stattfinden. Weiterhin richtet die Wehr den Kreisentscheid zum Bundeswettkampf der Jugendfeuerwehren am 11. Mai an der Freisportanlage aus. Ebenfalls geplant ist die Teilnahme am Feuerwehrwettkampf „Oberpfalzcup“ am 18. Mai in Fuhrmannsreuth mit einer Gruppe. Am Sonntag, 26. Mai findet das Sommerfest der Feuerwehr beim Gerätehaus statt.

„Ein Garant“

„Die Feuerwehr Kemnath ist ein Garant dafür, dass sämtliche Schadenslagen in höchster Professionalität abgeleistet werden können“, lobte Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther. Besonders hob er den Ausbildungsstand der Aktiven und die permanente Alarmbereitschaft hervor. Ebenfalls gut aufgestellt sei die Wehr im Bereich der Ausrüstung. Großen Handlungsbedarf sehe auch Braunreuther in der baulichen und räumlichen Situation beim Gerätehaus. Die gesetzlichen Vorschriften fordern eine strukturierte räumliche Aufteilung, größere Garagen und Tore. Des Weiteren informierte der Kreisbrandinspektor über die Entwicklung der Einsätze im gesamten Landkreis.

„Die Feuerwehr Kemnath ist ein Garant dafür, dass sämtliche Schadenslagen in höchster Professionalität abgeleistet werden können“

- Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther

Nur Übergangslösung

„Es ist beeindruckend, was und in welchem Maße die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr hier in Kemnath in ehrenamtlicher Weise ihren Dienst leisten“, betonte Bürgermeister Werner Nickl in seiner Ansprache. „Die Rechenschaftsberichte zeugen von größter Aktivität und höchster Einsatzbereitschaft.“ Besonders auch der Feuerwehrverein sei eine große Stärke und in vielen Fällen eine große Stütze. „Die Feuerwehr führt viele Unternehmungen durch, lebt die Partnerschaft mit Nepomuk und ist immer dann zur Stelle, wenn man sie braucht“, dankte Nickl. „Für fast alle Einsatzlagen ist die Kemnather Wehr technisch ausgestattet und die Kräfte bestens ausgebildet“ erörterte das Stadtoberhaupt.

Auch dankte der Bürgermeister allen Feuerwehrlern, welche Lehrgänge, Kurse und Schulungen besuchten und stetig an den Übungen und Diensten teilnehmen, sowie bei den Einsätzen zur Stelle sind. Die vielen Übungsdienste und Lehrgänge würden nicht nur die Einsatzbereitschaft, sondern auch die Qualität sichern. Nickl erachtet die stetige Aus-, Fort- und Weiterbildung als enorm wichtig. Ebenfalls ging das Stadtoberhaupt auf die derzeit laufende Ersatzbeschaffung für das Löschfahrzeug ein.

Des Weiteren ging Bürgermeister Werner Nickl auf die Situation rund um das Gerätehaus, die laufende Erkundungs- und die begonnene Planungsphase ein. Vor rund 10 Jahren erwarb man das ehemalige „Mössbauer-Areal“. Dabei wurde auch festgestellt und beschlossen, dass die Situation mit der alten Autowerkstatt nur eine Übergangslösung sei. Er sehe nun Handlungsbedarf. Ziel zum Beginn der baulichen Umsetzung sei im Frühjahr 2020. Aufgrund des Umfangs der möglichen und nötigen baulichen Veränderungen stehe das Vorhaben einem Planungs- und Ausschreibungsverfahren gegenüber.

„Es ist beeindruckend, was und in welchem Maße die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr hier in Kemnath in ehrenamtlicher Weise ihren Dienst leisten“

 

„Für fast alle Einsatzlagen ist die Kemnather Wehr technisch ausgestattet und die Kräfte bestens ausgebildet“


- Bürgermeister Werner Nickl

Im Feuerwehrdienst beleidigt

Etliche Übungen, Lehrgänge und Dienste leisteten die Floriansjünger der Kemnather Feuerwehr im vergangenen Jahr ab (wir berichteten). Bei den insgesamt 141 Einsätzen kam es im Bereich der technischen Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen in zwei Fällen zu aggressivem und beleidigendem Verhalten von Verkehrsteilnehmern gegenüber den Einsatzkräften. Kommandant Peter Denz ging auf die beiden Vorfälle, welche sich in 2018 ereigneten, genauer ein und erinnerte an zurückliegende ähnliche Ereignisse in den Vorjahren. In allen Fällen kam es im Bereich des Straßenverkehrs zu aggressivem Verhalten, Beleidigungen und Pöbeleien gegenüber den eingesetzten Feuerwehrleuten.

Der letzte bekannte Vorfall im Kemnather Land ereignete sich im November 2018. Mehrere Feuerwehrleute wurden von einem Autofahrer verbal beleidigt. Zudem zeigte sich dieser gegenüber den Einsatzkräften und der errichteten Straßensperre uneinsichtig. Im Nachgang des Einsatzes wurde der Fall bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Vorsitzender Roman Schäffler ergriff in seinem Bericht zu dieser Thematik das Wort. „Dass Feuerwehrleute in der Ausführung ihres ehrenamtlichen Dienstes als „Deppen“ beleidigt werden, wurde als geringfügiges Delikt eingestuft und das Verfahren daher eingestellt“, gibt Schäffler schwer zu Bedenken.

Dabei ging Feuerwehrvorstand Roman Schäffler auf die staatliche Gewaltenteilung in Deutschland ein. „Die Legislative als gesetzgebende Gewalt gibt und Rechte und Pflichten, die Exekutive als vollziehende Gewalt führt aus und arbeitet mit uns und die Judikative als rechtssprechende Gewalt spielt Beleidigungen gegen Feuerwehrleute herunter“, erörtert er. „Ich bin froh, dass wir auf die angebotene Geldzahlung, welche uns der Rechtsanwalt des Verkehrsrüpels angeboten hatte, nicht eingegangen sind. Es gibt keine gekaufte Gerechtigkeit.“ Schäffler forderte, dass besonders ehrenamtliche Helfer besser geschützt und in der Strafverfolgung beachtet werden sollten.

Bürgermeister Werner Nickl brachte das Thema zur Sprache. Er selbst nehme die vorgefallenen Ereignisse sehr ernst. Das Verhalten dürfe man nicht dulden, doch auch solle man sich nicht unterkriegen lassen. Das Stadtoberhaupt bezog sich auf die richtungsweisenden Worte des Innenministers Joachim Hermann beim „Ascherfreitag“ in Erbendorf. „Dabei kam die Gewalt gegenüber Rettungskräften besonders zur Aussprache. In den Worten Hermanns war spürbar, dass hier gehandelt wird.“

Von besonderen Einsatzlagen wie Terror und Amok wurde laut Nickl dabei ebenfalls gesprochen. „Hier werden Übungszentren wie das derzeitige in Neuhaus bei Windischeschenbach eingerichtet und Übungsprogramme erstellt“, erörterte Bürgermeister Werner Nickl mit Blick auf die Anforderungen in den nächsten Jahren. Diesbezüglich informierte Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther abschließend, dass das „Zentrum für besondere Einsatzlagen“ und deren Schulungsprogramme nach derzeitigem Planungsstand die Kräfte aller Feuerwehren auch nutzen können.

„Dass Feuerwehrleute in der Ausführung ihres ehrenamtlichen Dienstes als ´Deppen´ beleidigt werden, wurde als geringfügiges Delikt eingestuft und das Verfahren daher eingestellt“

- Feuerwehrvorstand Roman Schäffler

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