Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Kemnath

Die vielen Brandkatastrophen, die die Stadt Kemnath heimsuchten, hatten verheerende Auswirkungen fĂŒr das Wirtschaftsleben und das Gemeinwesen. Sie waren aber auch die Ursache, sich Gedanken zu machen, wie man den Feuerschutz verbessern könnte.

Bereits 1863 und 1864 wird in den Akten der Stadt Kemnath auf den Ankauf von zwei Löschmaschinen und SchlÀuchen hingewiesen.

Über die GrĂŒndung der Freiwilligen Feuerwehr Kemnath sind einige alte Aufzeichnungen vorhanden, die bis zum MĂ€rz 1866 zurĂŒckreichen.

Bereits am 16. Dezember 1865 bestÀtigt das königliche Bezirksamt in einem Bericht an den Stadtmagistrat von Kemnath, dass sich auf Anregung eines Herrn Georg Karl eine Anzahl von MÀnnern zu einer Feuerwehr zusammengeschlossen habe.

Herr Georg Karl war offensichtlich lange Jahre der fĂŒhrende Mann in der neu gegrĂŒndeten Feuerwehr Kemnath. In einer von ihm am 11. November 1886 einberufenen Versammlung wird eine FĂŒhrungsspitze mit Vorstand, Feuerwehrhauptmann (Kommandant), Zeugwart usw. gewĂ€hlt.

Eine erste Satzung gab sich die Wehr am 16.12.1886. FĂŒr jedes neu in den Verein aufgenommene Mitglied bestand damals die Pflicht, sich die notwendige Uniform aus eigenen Mitteln zu beschaffen.

Im Jahr 1911 zÀhlte die Freiwillige Feuerwehr Kemnath 97 aktive Mitglieder.

Im Jahr 1914 wurde eine Vereinsfahne, die im Kloster Michelfeld angefertigt wurde zum Preis von 700 Mark beschafft.

In der Zeit des 1. Weltkrieges findet man keine Aufzeichnungen im Protokollbuch der Feuerwehr. Erst 1919 findet sich ein Hinweis im Protokollbuch, dass einige junge FeuerwehrmÀnner nicht mehr aus dem Krieg heimgekehrt sind.

In den zwanziger Jahren wurde eine fahrbare, ausziehbare Leiter beschafft, die eine Höhe von 12 Metern erreichte.

Bereits im Jahr 1931 wurde ein “MotorlöschgerĂ€t” angeschafft. Damit war Kemnath die erste Feuerwehr auf Bezirksamtsebene (heute Landkreis), die ein Fahrzeug mit Motorspritze besaß. Lieferant war die Firma Paul Ludwig aus Bayreuth.

Nach Ausbruch des zweiten Weltkriegs konnte der Feuerschutz nur durch junge, noch nicht zum Kriegsdienst eingezogene MÀnner gewÀhrleistet werden.

1945 konnte fĂŒr die Wehr ein LF 15 angeschafft werden, das wĂ€hrend des Krieges auf FlugplĂ€tzen Verwendung gefunden hatte.

1962 wurde ein Opel Blitz LF 8 als Löschfahrzeug fĂŒr die Feuerwehr Kemnath beschafft.

Im April 1965 wurde fĂŒr die StĂŒtzpunktfeuerwehr Kemnath ein TLF 16/24 durch den Landkreis Kemnath angeschafft. Das fĂŒr 100.000 Mark erworbene Tanklöschfahrzeug befindet sich heute noch im Einsatz.

1967 wird ein ÖlschadenanhĂ€nger und im Jahr 1968 ein Pulverlöscher P 250 erworben.

Bereits 1975 wird die Feuerwehr Kemnath durch den Landkreis Tirschenreuth mit einem Rettungsspreizer ausgestattet.

 

Die UnterkĂŒnfte und Neuanschaffungen der Feuerwehr Kemnath im
Wandel der Zeit

Zur Unterbringung der LöschgerÀte des damaligen Landgerichts Kemnath war ein Teil des Rathauses ab 1862 an den bayerischen Staat vermietet.

Nach dem Grundsatz, dass “FeuerlöschgerĂ€tehaus” zentral liegen sollte, waren sich Feuerwehr und Magistrat 1890 ĂŒber einen Standort an der Westseite des Primianusplatzes in Kemnath einig geworden. Dort wurde ein fĂŒr die damaligen VerhĂ€ltnisse ausreichender Neubau errichtet. Das GebĂ€ude mit einem Grundriss von 10 x 7 m war ein reiner Ziegelbau, hatte in der Mitte einen kleinen Turm, der ĂŒber eine Holzrolle das AufhĂ€ngen und Trocknen der SchlĂ€uche ermöglichte.

1962, als die ehemalige Postautohalle in der Wunsiedler Straße frei wurde, entschloss sich der Stadtrat das GebĂ€ude der Freiwilligen Feuerwehr Kemnath als GerĂ€tehaus zur VerfĂŒgung zu stellen. 1965 wurde an der SĂŒdseite dieses GebĂ€udes ein Schlauchtrockenturm mit 18 m Höhe und eine Schlauchwaschanlage angebaut.

WĂ€hrend dieser Bauzeit war die Feuerwehr mit den Fahrzeugen und GerĂ€ten in den sogenannten neuen Postgaragen an der Bayreuther Straße untergebracht.

In den 70er Jahren wurde ein gebrauchter VW KĂ€fer als Personentransportfahrzeug und Kommandofahrzeug beschafft.

1975 wurde ein MZF der Marke Ford – Transit  erworben, dass den VW KĂ€fer ablöste, und zugleich auch als Transportfahrzeug fĂŒr den Rettungssatz diente.

Im Jahre 1979 wurde als Ersatzbeschaffung fĂŒr den gebrauchten Ford ein MZF der Firma Mercedes gekauft, das bis 1992 im Dienst war.

Durch stĂ€ndig steigende Anforderungen an die Feuerwehr und einer daraus resultierenden Verbesserung und ErgĂ€nzung der AusrĂŒstung und des Fuhrparks wurde jedoch auch das GerĂ€tehaus an der Wunsiedler Straße zu klein und machte einen Neubau eines GerĂ€tehauses unumgĂ€nglich.

Im FrĂŒhjahr 1984 wurde mit dem Bau des neuen GerĂ€tehauses in der Bayreuther Straße begonnen. Im Jahr 1986 fand die Einweihung des GerĂ€tehauses statt.

1976 wird das Löschfahrzeug „Opel Blitz LF 8“ durch ein modernes Löschfahrzeug LF 8 “schwer” der Marke Magirus ersetzt.

 

Am 16.03.1989 erfolgt die Fahrzeugsegnung des Tanklöschfahrzeugs TLF 16/25 - IVECO Magirus im GerÀtehaus Kemnath.

 

Aufgrund der Problematik bei EinsĂ€tzen an höheren GebĂ€uden im westlichen Landkreis Tirschenreuth wird die Anschaffung einer Drehleiter notwendig. Eine gebrauchte Drehleiter DLK23-12 von Magirus auf einem Fahrgestell der sogenannten D-Baureihe wird von der Stadt Zwiesel erworben und am 22.07.1990 offiziell durch die Stadt Kemnath an die Feuerwehr Kemnath ĂŒbergeben.

Auf 125 Jahre kann die Feuerwehr bei einem Fest im Jahr 1992 zurĂŒckblicken.

1992 wird fĂŒr die Feuerwehr ein Mercedes Benz MZF beschafft.

Ab 1997 wird der Feuerwehr vom Bund ein Schlauchwagen „Iveco Eurocargo SW 2000“ zur VerfĂŒgung gestellt.

Die Indienststellung des neuen Einsatzleitfahrzeugs „VW Passat Kdow“ erfolgt im
Januar 2000.

Der technische Zustand der 1990 angeschafften Drehleiter macht eine Ersatzbeschaffung notwendig. Nach einer Vielzahl von Besprechungen wird eine Iveco-Magirus-Drehleiter vom Typ DLK 23/12 CS beschafft und im April 2004 an die Feuerwehr Kemnath ĂŒbergeben.

Die Jugendgruppe der Feuerwehr Kemnath feiert das 25jĂ€hrige Bestehen im Juni 2005 im Rahmen eines großen Festes am GerĂ€tehaus.

Mit einem Festgottesdienst begeht die Wehr ihr 140jÀhriges VereinsjubilÀum im Jahr 2006 beim traditionellen Sommerfest.

2007 erhĂ€lt das Logistikfahrzeug „Iveco Magirus GW-L 1“ seinen kirchlichen Segen und wird offiziell in Betrieb genommen.

Das ehemalige Katastrophenschutzfahrzeug wurde gebraucht von der Deutschen Telekom erworben.

"Um die aktuelle Raumnot zu beheben erwirbt die Stadt Kemnath 2009 das ehemalige "Mössbauer-GelĂ€nde" hinter dem GerĂ€tehaus. Die Feuerwehr baut das GebĂ€ude in Eigenleistung fĂŒr ihre Zwecke um und gestaltet die Außenanlage neu."

 

Am 12.12.2009 wird das neue MZF der Marke Opel mit kirchlichen Segen in den Dienst
der Feuerwehr Kemnath gestellt.

Im Dezember 1996 wurde auf Grund der steigenden technischen Anforderungen ein “LF 16/12 der Firma Iveco Magirus” in Dienst gestellt, dass das LF 8 ablöste.

Freiwillige Feuerwehr Kemnath